Kyrill und Method und die Sprache

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Eine Darstellung von Kyrill und Method an der Außenwand des Klosters Sveti Jovan Bigorski in Mazedonien.
Foto: Julian Nitzsche/Wikimedia Commons; Lizenz: CC BY-SA 3.0
Heute ist Valentinstag. Die wenigsten werden wissen, dass dieser Tag eine lange christliche Tradition hat – und sogar auf einen christlichen Märtyrer zurückgeht (das soll uns heute aber nicht interessieren). Ebenso wenige werden wahrscheinlich wissen, dass die Kirche heute das Fest der ‚Slawenapostel‘ Kyrill und Method begeht, zweier Brüder, die für die Entwicklung des Christentums von wahrscheinlich herausragender Bedeutung waren.

Die zwei Brüder Kyrill († 869) und Method († 885), die byzantische Gelehrte und Priester waren, machten sich im 9. Jahrhundert um die Missionierung der slawischen Völker verdient. Sie übersetzten biblische und liturgische Texte in die slawische Sprache und machten so die osteuropäischen Völker mit der christlichen Überlieferung und Kultur vertraut. Das ist ein wichtiger Punkt: Den Völkern Osteuropas wurde das Christentum nicht aufgezwungen, sondern sie wurden damit auf der Grundlage ihrer eigenen Sprache und Kultur vertraut gemacht.

Von Kyrill ist zudem überliefert, dass er ein eigenes slawisches Schriftsystem entwickelte (auf dem das heutige kyrillische Alphabet beruht), um eine nachhaltige Christianisierung zu ermöglichen. Ohne Zweifel kann man – bereits nach diesem viel zu kurzen Aufriss – darum festhalten, dass die christliche Mission in Osteuropa ohne das Wirken von Kyrill und Method weitaus schwieriger abgelaufen wäre. Tatsächlich wurde dies im Jahre 880 auch durch Papst Johannes VIII. anerkannt:
„Derselbe Gott, der die drei hauptsächlichen Sprachen, nämlich hebräische, griechische und lateinische, geschaffen hat, er hat auch alle anderen Sprachen zu seinem Lob und seiner Ehre geschaffen.“
– aus dem Schott-online
Warum schreibe ich also diese Zeilen? Aus einem sehr einfachen Grund: Sprache ist für die Vermittlung und den Vollzug des Glaubens von grundlegender Bedeutung! Wenn ich nicht verstehe, was mir jemand sagen möchte, werde ich das Gesagte nicht nachvollziehen – und erst recht nicht verinnerlichen können. Wenn ich nicht verstehe, worin der Inhalt eines Glaubens besteht, wie soll ich diesen Glauben dann wirklich vollziehen? Wie soll ich eigentlich einen Gottesdienst tätig mitvollziehen, in dem ich kaum ein Wort verstehe?

Diese Tatsache verkennen ignorieren nicht wenige. Leider Gottes.

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