Jahresückblick 2015

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Heute ist der 365. und damit letzte Tag des Jahres. Bevor in wenigen Stunden das Kapitel mit dem Namen „2015“ geschlossen und das neue Kapitel „2016“ geöffnet wird, möchte ich die Gelegenheit nutzen, einen Blick zurück auf die vergangenen zwölf Monate hier im Blog zu werfen: Ein Blick zurück auf die vielen Themen, mit denen ich mich in diesem Jahr beschäftigt habe, sowie auf die beliebtesten und interessantesten Beiträge – begleitet von meinen liebsten Fotografien aus diesem Jahr.


2014 habe ich im letzten Jahresrückblick als ein besonders ereignisreiches Jahr bezeichnet. 2015 hat sich dieser Eindruck bei mir um ein Vielfaches verstärkt: Europa ist mehrfach Ziel des islamistischen Terrors geworden; der Nahe Osten ist noch weiter destabilisiert als vor 12 Monaten. Mehrere Millionen Flüchtlinge sind nach Europa gekommen – davon mehr als eine Million nach Deutschland; Deutschland und Europa sind (sowohl gesellschaftlich als auch politisch) gespalten – Pegida, die vielen Proteste und Angriffe gegen Flüchtlingseinrichtungen, die AfD sowie viele nationalistische Bewegungen in den europäischen Ländern sind ein eindeutiges Zeugnis dessen. Ganz in Vergessenheit geraten ist dabei, dass die Eskalation der Wirtschaftskrise in Griechenland im buchstäblich letzten Augenblick verhindert worden ist. Auch die Kirche stand keineswegs still: die Grabenkämpfe zwischen ‚Konservativen‘ und ‚Progressiven‘ haben sich angesichts der Bischofssynode im Oktober weiter verstärkt. Ich komme nicht umhin, zusammenzufassen: Wir stehen am Scheideweg.

Die beliebtesten Beiträge

Mit all diesen Themen durften oder mussten wir uns in den vergangenen zwölf Monaten oft auseinandersetzen. Auch ich habe das getan, indem ich mich – in unterschiedlicher Art und Weise – in Beiträgen hier im Blog damit beschäftigt habe. Die folgenden davon sind – chronologisch nach Monaten geordnet – in diesem Jahr am meisten gelesen worden:

Januar

05.01.: Kurz gedacht: Licht aus – richtig so? Mein Beitrag zur Entscheidung des Kölner Dompropstes, während der Kögida-Demonstration die Beleuchtung des Kölner Doms auszuschalten.
10.01.: Wir alle sind Charlie – Zum Terroranschlag in Paris – eine Verteidigung der Presse- und Meinungsfreiheit angesichts des „Charlie Hebdo“-Anschlags.
24.01.: Gewalt im Namen des Islam – ein Lösungsansatz – eine historische Einordnung des Konfliktes im Nahen Osten sowie eine Verortung der Ursache. Der längste Beitrag in diesem Jahr.

Februar

18.02.: Blogparade: Die Fastenzeit, die plurale Gesellschaft und ich – vier Teilnehmer gab es bei meiner Blogparade. In den kommenden Paraden wird diese Zahl hoffentlich noch wachsen.

März

24.03.: Kurz gedacht: Wenn „Medien“ zu Hetzern werden – eine Kritik am katholischen Portal „kath.net“, das eine Meldung aus dem Bistum Essen (wohl bewusst) verfälscht hat.
27.03.: Mediale Berichterstattung und ethische Prinzipien – meine kritische Einordnung der Berichterstattung nach dem Absturz der Germanwings-Maschine im März.

April

23.04.: Was ein Theologe auf Norderney lernen kann. Ein Reisebericht – die theologische Einordnung meiner Reise nach Norderney mit der Kirchenmusikschule des Bistums Essen.

Mai

19.05.: Haben katholische Blogger Missionierungspotential? Meine Analyse der (bereits vor Veröffentlichung) kontrovers diskutierten Masterarbeit von Anna Heiliger über die deutsche katholische Bloggerszene.
26.05.: Gottesvergessenheit als Chance eines Neuanfangs von Religion in der pluralen Gesellschaft – Der erste Gastbeitrag in meinem Blog: ein Meilenstein! Viele weitere werden hoffentlich noch folgen.

Juni

08.06.: Kirchentag 2015 – ein kurzer Rückblick – ein Rückblick auf sowie eine persönliche theologische Bewertung meiner Reise zum 35. deutschen evangelischen Kirchentag in Stuttgart.


Juli

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August

01.08.: Zur Flüchtlingskatastrophe – Fragen ohne Antworten – der erste Beitrag, in dem ich mich mit der Flüchtlingskrise beschäftigt habe.
14.08.: Die Ehe. Betrachtungen aus verschiedenen Blickwinkeln (Teil 1) – hier habe ich die verschiedenen Dimensionen zwischen kirchlich-sakramentaler sowie staatlicher Ehe aufgezeigt.
26.08.: Über den Umgang mit der Flüchtlingskrise. Ein Appell – ein Aufruf zu mehr Sachlichkeit in der Debatte um die Flüchtlingszahlen.

September

03.09.: Kurz gedacht: Offene Grenzen? Ja, bitte! Der in diesem Jahr am meisten gelesene (und diskutierte) Beitrag – wahrscheinlich nicht ohne Grund – immerhin ist meine darin vertretene Position eine ziemlich radikale.
11.09.: Die Ehe. Betrachtungen aus verschiedenen Blickwinkeln (Teil 2) – meine (philosophische und persontheoretische) Bewertung der Entscheidung des Papstes, die Annullierung der kirchlich-sakramentalen Ehe zukünftig zu erleichtern.
24.09.: Kurz gedacht: Über Verbloggung und Verblödung – eine Replik auf die Kritik des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kard. Marx, an der katholischen Portalen und Blogs.

Oktober

06.10.: Der schwule Kurienpriester und die WAZ – eine Kritik an der tendenziellen Berichterstattung der WAZ anlässlich des Coming-Outs eines Priesters und Vatikan-Angestellten unmittelbar vor Beginn der Bischofssynode.

November

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Dezember

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Zahlen und Fakten

Insgesamt konntet ihr 2015 (diesen heutigen Beitrag mit eingerechnet) 79 Beiträge von mir lesen. Damit habe ich Höchstwert von 107 Beiträgen aus dem vergangenen Jahr relativ deutlich verfehlt – der Grund dafür liegt darin, dass ich in vier Monaten (Juli, Oktober, November, Dezember) kaum oder überhaupt nicht gebloggt habe (über den Hintergrund dieser Abstinenz habe ich euch vorgestern →hier informiert).

Nachdem 2014 in Bezug auf den Blog ein überaus erfolgreiches Jahr war, muss ich in diesem Jahr also – zumal ich ja im letzten Jahresrückblick recht hohe Erwartungen und Ansprüche formuliert hatte – in Bezug auf die Zahl meiner Beiträge einen Rückschritt feststellen. Ganz besonders ärgert mich an dieser Stelle, dass ich es nicht geschafft habe, die Reihe „Betrachtungen zur Ehe“ zu beenden. Umso mehr bin ich froh darüber, dass die Qualität meiner Beiträge im Vergleich zu 2014 gleich geblieben ist, wenn nicht sogar gestiegen ist (diese Einschätzung liegt aber sicherlich auch im Auge des Betrachters).

Interessant ist, wie ich finde, die Entwicklung der Besucherfrequenz: Trotz der Tatsache, dass ich in insgesamt vier Monaten nicht gebloggt habe, hat DURCHGEDACHT in diesem Jahr mehr als doppelt so viele Besucher verzeichnen können wie 2014. Gerade deswegen verwundert (und enttäuscht) es mich, dass die Zahl der Kommentare nicht ansatzweise gestiegen ist: Innerhalb des Blogs – die sozialen Netzwerke nicht mitgerechnet – wurden in diesem Jahr 41 Kommentare abgeschickt; die Hälfte davon stammt von mir (es handelt sich dabei um meine Antwort auf den entsprechenden Kommentar). Wenn man bedenkt, dass einige Beiträge mehrere Kommentatoren angezogen haben und teilweise kleine Diskussionen entstanden sind, kann man sich sicherlich vorstellen, wie viele meiner 79 Beiträge unkommentiert geblieben sind. Wie vorgestern bereits erwähnt: es ist schlichtweg ernüchternd.


Meine persönlichen Lieblingsbeiträge

Die Entwicklung der Zahlen verdeutlicht: Viele Beiträge wurden von euch leider kaum wahrgenommen oder rezipiert. Darunter fallen einige Beiträge, an denen ich lange gesessen habe und in die ich viel Herzblut investiert habe – Beiträge, die ich auch hier und heute noch als lesenswert bezeichnen möchte (das darf gerne auch als kleine ‚Aufforderung‘ verstanden werden!). Eine kleine Auswahl dieser Beiträge möchte ich euch im Folgenden nennen:

27.01.: Kurz gedacht: Über die Verantwortung, zuzuhören und zu erinnern – ein Beitrag anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau, verbunden mit dem Appell, angesichts bald fehlender Zeitzeugen die Erinnerung an das Verbrechen lebendig zu halten.
17.03.: Über den rechten Glauben und die katholische Diskussionskultur – eine Mahnung an die verschiedenen „Lager“ innerhalb der Katholizismus, nicht gegeneinander zu reden, sondern das (Streit-)Gespräch miteinander zu suchen.
27.05.: Kontinuität der Wahrheit? Diesen Beitrag über den Wahrheitsbegriff in Kirche und Theologie (→Was ist eigentlich Wahrheit?) findet ihr nicht hier im Blog, sondern im PAPSTTREUENBLOG von Felix Honekamp.
03.06.-07.06.: Beim Kirchentag in Stuttgart habe ich jeden Tag eine kleine Zusammenfassung meiner Erwartungen und Erlebnisse verfasst:

Mein persönlicher „Moment des Jahres“

Unsere Gesellschaft ist inzwischen so hektisch und schnelllebig – und vielleicht auch beliebig? – geworden, dass wir viel zu oft vergessen, wie viel und was genau wir in der letzten Zeit erlebt haben. Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass mir erst dieser Jahresrückblick wieder vor Augen geführt hat, wie viel ich 2015 tatsächlich erlebt habe. Das wird anhand der unterschiedlichen Schwerpunkte der einzelnen Beiträge ja auch mehr als deutlich. Umso schwieriger ist natürlich, sich bei einer solchen Vielzahl an Erlebnissen auf ein Highlight festzulegen. Ich möchte es trotzdem versuchen:

Höhepunkte des Jahres waren für mich ohne Zweifel meine drei Reisen nach Norderney, Stuttgart und Rom. Auch wenn jede Reise ihren eigenen Schwerpunkt hatte und auf ihre Art und Weise besonders war, würde ich die Reise zum Kirchentag in Stuttgart als ‚absoluten‘ Höhepunkt bezeichnen, weil sie mich biographisch wohl am meisten ‚weiter gebracht‘ hat. Ich habe während der fünf Tage in Stuttgart miterleben dürfen, was gelebte und lebendige Ökumene bedeutet. Mein schönstes – und nachhaltigstes – Erlebnis in dieser Hinsicht war der Fronleichnamsgottesdienst, den die katholische Innenstadtgemeinde Stuttgart im Rahmen des Kirchentages veranstaltete, und an dem auch der evangelische Stadtdekan teilnahm. Seine Botschaft an der Statio, man solle nicht so sehr auf das Trennende zwischen den Konfessionen schauen, sondern sich stärker auf die Gemeinsamkeiten konzentrieren, hat mich nachhaltig beeindruckt! Ich denke, dass ich mit Fug und Recht behaupten kann: der Gottesdienst zu Fronleichnam 2015 ist mein „Moment des Jahres“!

ACHTUNG! Alle hier gezeigten Bilder sind lizenziert unter der CC BY-NC-ND 4.0-Lizenz!

Ausblick: Was es zu 2016 zu sagen gibt

Ich habe im vorgestrigen Beitrag bereits angekündigt, dass ich 2016 insgesamt wohl weniger Artikel verfassen werde. Auf eine genaue Zahl möchte ich mich dabei nicht festlegen – angesichts einiger neuer Herausforderungen und Aufgaben in den kommenden Monaten, die viel Zeit in Anspruch nehmen werden, erscheint mir eine genaue Prognose nicht ergiebig. Was ich aber als Vorsatz festlegen möchte, ist – und hier gibt es keinen Unterschied zum vergangenen Jahr –, dass die Qualität meines Schreibens auf mindestens demselben Niveau bleiben soll wie bisher.

Gleichwohl kann ich mir sehr gut vorstellen, neue Schreibformate auszuprobieren, vielleicht auch neue Wege der Kommunikation und Interaktion mit euch Lesern einzugehen. Gerade angesichts der gestiegenen Disparität zwischen Besucher-/Leserzahlen und Kommentarfrequenz scheint mir das eine bleibende Aufgabe für die kommenden Monate zu sein. Was ich euch aber auf jeden Fall versprechen kann, ist das Folgende: DURCHGEDACHT bleibt auch 2016 ein Gedankenbuch über Gesellschaft, Ethik und Theologie!

2016, ich freue mich auf dich!

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