Gedanken zur Woche #75

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Immer pünktlich am Sonntag Abend: eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Geschehnisse der vergangenen sieben Tage, verbunden mit einem kurzen Kommentar. Das sind die #GedankenZurWoche! Die Themen in der heutigen Ausgabe: Der Fall Kundus' an die Taliban, die Todesstrafe in den USA, der (aufgekündigte) Nah-Ost-Friedensprozess, der russische Syrieneinsatz, ein weiterer Amoklauf in den USA, neuer Populismus in der CSU sowie das Coming-Out eines katholischen Kurienpriesters unmittelbar vor der Bischofssynode.

Am Montag ist die afghanische Stadt Kundus, in der noch vor zwei Jahren Soldaten der Bundeswehr stationiert waren, an die Taliban gefallen. Kann mir jemand von euch bitte sagen, welchen Sinn und Nutzen der insgesamt zehnjährige Bundeswehreinsatz hatte, bei dem insgesamt 58 Soldaten und unzählige Zivilisten verstarben?! Und ganz grundsätzlich: Welchen Nutzen hatte der Afghanistan-Einsatz der Nato überhaupt?!

Die USA zeigen sich wieder einmal von ihrer unschönen Seite: In dieser Woche ist eine Hinrichtung per Giftspritze vollzogen worden, eine weitere ist – wegen der unklaren Zusammensetzung des Giftcocktails – vorerst ausgesetzt worden. Warum melden sich nun all die Politiker nicht, die vor zwei Wochen im Kongress noch lautstark applaudierten, als Papst Franziskus die Abschaffung der Todesstrafe forderte?

Bei der UN-Vollversammlung hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas damit gedroht, die Oslo-Verträge, die dem Friedensprozess mit Israel einen Rahmen geben sollen, zu kündigen. Die internationale Medienlandschaft hat ihm diese Ankündigung als Schwäche angerechnet. Wie die Aussage zu bewerten ist, kann ich nicht abschätzen – dazu fehlt mir schlichtweg die Expertise. Deutlich wird aber: Von einem erfolgreichen Friedensprozess sind wir momentan sehr weit entfernt...

Am Donnerstag hat das russische Militär seinen Einsatz in Syrien begonnen. Die ersten Luftangriffe sind jedoch scheinbar nicht gegen Stellungen des IS geflogen worden. Vielmehr seien die syrischen Rebellen gezielt attackiert worden. Sollte sich dies bewahrheiten, muss man von einem Bruch der Absprachen unter anderem mit den USA ausgehen. Wenn man wirklich an einer Lösung der Krise interessiert ist, sollte man sich doch an gemeinsame Absprachen halten!

Leider kann ich es nicht ausdrücken: Wieder einmal hat es in der USA einen Amoklauf gegeben. Ein 26-jähriger hat am Freitag in Oregon – wohl „inspiriert“ durch frühere Täter – zehn Menschen erschossen und weitere sieben verletzt. Eines ist dieses Mal aber anders als bisher: Zum ersten Mal hat Barack Obama die Waffenlobby NRA angesichts der Tat direkt angegriffen und schärfere Waffengesetze gefordert. Warum nicht schon viel früher?!

Neues von der CSU: Die Herren Söder und Scheuer verfolgen seit einigen Tagen den Plan, die bayrischen Außengrenzen – nach ungarischem Vorbild – mit einem Stacheldrahtzaun abzuriegeln. Ein Vorschlag, der selbst Ministerpräsident Seehofer zu weit geht. Ich frage mich ernsthaft: Warum spielt diese Partei so leichtfertig mit den (nicht unberechtigten) Sorgen und Ängsten der Bürgerinnen und Bürger?

Mit einem feierlichen Gottesdienst im Petersdom hat heute die Generalversammlung der Bischofssynode begonnen. Vorher hat sich jedoch der Priester Krzysztof Charamsa, der selbst in der Kurie tätig ist, als praktizierender Homosexueller geoutet. Ich selbst möchte diese Meldung nicht kommentieren, weil damit nur eine Instrumentalisierung der Versammlung verbunden wäre. Aus genau diesem Grund sehe ich übrigens das Coming-Out des Priesters äußerst kritisch.

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