Kurz gedacht: Offene Grenzen? Ja, bitte!

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„Der Zustrom von Flüchtlingen wird die zentrale Herausforderung für längere Zeit.“
Das hat Angela Merkel am Montag in der Bundespressekonferenz gesagt. Nicht die Griechenlandkrise, nicht der Ukraine-Konflikt und auch nicht die sich anbahnende neue Krise in der Weltwirtschaft, sondern die wachsende Zahl an Asylbewerbern in Europa und in Deutschland ist es, an der die europäische Gemeinschaft und die europäische Politik in den kommenden Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten, gemessen werden müssen. Die entscheidende Frage ist also die nach konkreten Lösungsvorschlägen, um dem Flüchtlingsansturm nachhaltig entgegentreten zu können. Mein Vorschlag ist: Schafft die (außereuropäischen) Grenzen endlich ab!

Symbolfoto: die innerdeutsche Grenze im geteilten Deutschland.
Foto: ChrisO/Wikimedia Commons; Lizenz: CC BY-SA 3.0

Ich habe diesen Vorschlag bereits vor einem Monat, als ich zehn provokative Fragen zur aktuellen Flüchtlingskrise gestellt habe (siehe →hier), zumindest angedeutet. Inzwischen weiß ich, dass ich mit dieser Idee nicht alleine bin. Im Gegenteil: Rund 120 schweizer Theologen haben in der vergangenen Woche eine Charta veröffentlicht, in der sie sich – biblisch begründet: es werden die Gleichheit aller Menschen sowie die Gebote der Solidarität und der Gerechtigkeit stark gemacht – dafür aussprechen, in der Schweiz das „Recht auf freie Niederlassung“ einzuführen – das wäre gleichbedeutend mit der Abschaffung jeglicher territorialer Grenzen. (Anm.: Die Charta kann im Original →hier gelesen werden)

Ein solcher Ansatz ist ohne Frage radikal! Nicht umsonst ist er deswegen ummittelbar nach der Veröffentlichung scharf kritisiert worden. So bezeichnete die Vorsitzende des EU-Büros der internationalen Menschenrechtsorganisation ADF International, Sophia Kuby, den schweizer Vorschlag in einem Standpunkt für →katholisch.de als Rückkehr der „sozialistische[n] Utopie“, einer Vorstellung, die jeglicher ökonomischer Grundlage entbehrten.

Abgesehen davon, dass Frau Kuby die Sozialismus-Karte offenkundig nur gespielt hat, um die Charta zu diskreditieren – in ihrem Text wird ja erkennbar, dass sie den zentralen Argumenten der Theologen durchaus zustimmt –, muss bei aller Kritik am schweizer Vorschlag auch die Frage legitim sein, ob eine Auflösung der EU-Außengrenzen (man könnte diese Frage auf jegliche Arten von territorialen Grenzen ausweiten, aber das ist ein anderes Thema) nicht tatsächlich ein Lösungsansatz sein kann. Angesichts der aktuellen Geschehnisse in Griechenland, Mazedonien und Ungarn – die Probleme dort sich größtenteils wegen der dortigen Grenzen entstanden, nicht aber wegen der ‚Masse‘ an Flüchtlingen – drängt sich diese Frage geradezu auf! Deswegen möchte ich nachfolgend meine Überlegungen zu diesem Vorschlag mit euch teilen:

Niemand flieht ohne Grund aus seiner Heimat! Niemand lässt freiwillig sein gesamtes Hab und Gut zurück und macht sich auf den Weg in eine vollends ungewisse Zukunft! Und niemand nimmt aus freiem Willen einen Weg auf sich auf, von dem er nicht gewiss sein kann, dass dieser zu einem Ziel führen wird!

Warum sind in den letzten Monaten so viele Menschen nach Europa und insbesondere nach Deutschland geflohen? Warum fliehen Menschen überhaupt aus ihrer Heimat? Weil sie dort unter unter Krieg, Verfolgung sowie schlimmsten Repressalien, also: unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen. Es ist historisch und empirisch erwiesen – und dabei auch völlig verständlich sowie nachvollziehbar –, dass Menschen, die Not leiden, dort hinziehen wollen, wo es Wohlstand, Sicherheit und Frieden gibt – in Länder wie Deutschland also. In den vergangenen Wochen habe ich in den sozialen Netzwerken das eine oder Mal den Satz gelesen: „Ich habe das Glück, in Deutschland geboren und aufgewachsen zu sein!“ Wie wahr, angesichts des gegenwärtigen Lage der Welt!

Gleichwohl verdeutlicht dieser Satz das zentrale Problem der aktuellen Problematik: Ja, Deutschland ist eines der reichsten, wohlhabendsten und sichersten Länder der Welt. Aber Deutschland ist – und da hat Frau Kuby natürlich Recht! – bei weitem nicht groß genug, um alle Asylsuchenden dieser Welt aufzunehmen. Wie also kann man angesichts dessen tatsächlich offene Grenzen einfordern – und damit die Tatsache des Kapazitätsproblems ignorieren?!

Der Lösungsansatz lautet: entwicklungspolitische „Hilfe zur Selbsthilfe“!

Symbolfoto: die offene Grenze zwischen
der Schweiz und Liechtenstein.
Die gegenwärtige europäische Entwicklungspolitik ist mitunter ein Grund dafür, dass in den letzten Jahren so viele Krisenherde entstanden sind und folglich so viele Flüchtlinge nach Europa kommen. Denn: Eine Entwicklungshilfe ist praktisch nicht vorhanden! Anstatt in Bildung und Infrastruktur zu investieren, subventioniert die Bundesregierung die deutsche Rüstungsindustrie – Deutschland ist bekanntlich der drittgrößte Waffenexporteur der Welt –, die durch große Geschäfte mit Regimes in Unruheregionen einen nicht geringen Anteil an der Entstehung bzw. Beibehaltung von Gewalt haben. Beispielsweise wurden erst im vergangenen Jahr 800 deutsche Panzer für den Gegenwert von 800 Millionen Euro (!) nach Saudi-Arabien verkauft! Deutlich wird: Der Anreiz, die eigene Heimat zu verlassen und nach Europa, nach Deutschland zu kommen, ist für äußerst viele Menschen ein sehr großer.

Um einen solchen Anreiz nachhaltig zu senken – das macht nämlich eine gute Entwicklungshilfe aus! –, hilft es mitnichten, Grenzen bestehen zu lassen, sie weiter zu verschließen, oder sie im Zweifel sogar neu zu errichten! Vielmehr muss es Aufgabe sein, den Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, in eben dieser wieder eine Perspektive zu bieten, oder ihnen Hilfsleistungen zuzusichern, mit denen sie sich selbst wieder eine Perspektive aufbauen können. Von der Konsequenz einer solchen „Hilfe zur Selbsthilfe“ gedacht: Wenn man sich nicht gezwungen sieht, die eigene Heimat zu verlassen, weil es dort eine verlässliche und sichere Lebensperspektive gibt, wird man dies in den wenigsten Fällen tun.

Lasst mich noch einmal den Bogen zurück zur Grenzproblematik schlagen: Das Szenario der „Hilfe zur Selbsthilfe“, das ich soeben beschrieben habe, wird sich schon alleine deswegen nicht bewahrheiten, weil unsere Politik keinen Grund dafür sieht, das Problem tatsächlich an der Wurzel zu ‚packen‘. Erst heute hat der CDU-Politiker und ehemalige Bundesminister Heiner Geißler gesagt: „Es gibt genug Mittel, um die Flüchtlingskrise zu lösen, es befindet sich nur bei den falschen Leuten.“

Offene Grenzen könnten dafür sorgen, dass so viele Not leidende in Europa und Deutschland ankommen, dass diejenigen, die die Mittel haben, erkennen, dass es tatsächlich einer Problemforschung und -behebung, ergo: einer wirklichen Entwicklungshilfe, die allen zugute kommt, bedarf. Mit anderen Worten: Die wirtschaftlichen Bedenken, die beispielsweise Frau Kuby pflegt, sind sicherlich legitim, aber erst offene Grenzen werden uns die Dimension der gegenwärtigen Problematik aufzeigen können und zu einem zielorientierten Handeln führen!

Offene Grenzen? Ja, bitte!

Ich habe es im Text ja bereits erwähnt: Der Vorschlag der „freien Niederlassung“, also der offenen Grenzen, ist einer, der an politischer Radikalität vielleicht kaum zu überbieten ist. Ich bin aber davon überzeugt, dass besondere Situationen – und die aktuelle Flüchtlingssituation ist definitiv eine solche – besondere Maßnahmen benötigen.

Weil dieser Vorschlag sicherlich polarisieren wird, bin ich auf eure Meinung gespannt: Denkt ihr, dass offene Grenzen das Problem lösen können? Haltet ihr die Idee für vollkommen überschätzt? Habt ihr vielleicht sogar einen ganz eigenen Lösungsansatz parat? Ich freue mich über eure Meinungen und eine intensive Diskussion hier in den Kommentaren!

6 Kommentare

clemens 7. September 2015 um 19:09

Lieber matija vudjan,
Ich teile Deine Ansicht nicht.Für mich sind zwar auch alle Menschen Bürger dieses Planeten.Jedoch zähle ich die noch kommenden und die schon geganGenen hinzu.ich zähle zwar alle dazu aber es gibt Grenzen, die mir nur selten offenstehen, um dies zu vollbringen. Wir nennen Diese Grenzen Zeugung und Tod Und es ist doch nur eine Grenze Nicht zwei zum Paradies .
Es sind natürliche Grenzen, als solche in Bewegung Im kommen Und vergehen begriffen.
Fließende lebendige Flüsse so wie es auch Menschen sind, die Menschen auf den Schultern Oder im Mutterliebe tragen .wann und wo und wie
Sie geboren Werden oder jenseits des Horizonte unseres Verstandes entschwinden hängt eben auch von der Grenze des Paradieses ab. Und die ist eben auch lebendig
Und steht nicht grundsätzlich radikal einseitig nur immer offen. Wenn du dafür plädierst,
Plädiere auch für das maßlose Zeugen oder töten Von Menschen.
Das wir hier auf erden sind beruht auf
Liebe und dass wir gehen ebenso. Und wenn Du einen Flüchtling lieben willst dann sei Ihm Heimat, und bitte komm Herr jesus sei Mein gast. Du wirst feststellen, dass du selber bis an die Grenze deiner Fähigkeiten deiner Vernunft und bis an die Grenze deiner heimat gehen musst.aber verlange dies nicht von anderen menschen. Und Du wirst feststellen, du musst auch mal deine Türen schließen müssen, mal an Dich denken. Denn auch jesus sagte nicht radikal einseitig Du sollst nur deinen Nächsten lieben. Im Gegenteil er verlangt Offenheit und verschlossenheit zugleich eben eine natürliche
Verhaltensweise mit fliessenden Grenzen.
Verlasse erst einmal deine Heimat schliesst die Tür Die Grenze hinter dir, dann kannst Du behaupten offen Für einen anderen zu sein.

Antworten
Matija Vudjan 7. September 2015 um 19:15

Lieber Clemens,

zunächst einmal: vielen Dank für deinen Kommentar. Leider muss ich dir sagen, dass ich deine Kritik nicht verstehe. Es geht nicht darum, dass ich sie (inhaltlich) nicht nachvollziehen kann, sondern um die vielen Aspekte, die du -so mein Eindruck - miteinander vermischst. Was genau meinst du z. B. mit "Paradies"? Mir erschließt sich nicht, inwiefern dieser Begriff etwas mit der aktuellen Debatte oder meinem Artikel in Verbindung steht. Auch die Begriffe des "Bürgers" sowie der "Grenze", die du verwendest, erscheinen mir nicht ganz schlüssig. Da Kritik in meinem Blog ausdrücklich erwünscht ist, würde ich mich freuen, dass du verständlicher formulierst, wieso du meine Position kritisierst, damit ich besser darauf eingehen kann.

An einem Punkt kann ich dir aber jetzt schon widersprechen: Jesus hat sehr wohl die Nächstenliebe radikal gefordert (vgl. Mk 12,29ff). Er geht sogar soweit, dass er das Gebot der Nächstenliebe zum Gebot der Feindesliebe ausweitet: "Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen" (Mt 5,43)!

Eine weitere Anmerkung: Schaue dir gerne die letzten Beiträge in diesem Blog an, insbesondere auch zur Flüchtlingsproblematik. Ich habe da schon des Öfteren erwähnt, dass ich meine Heimat bereits verlassen habe.

Übrigens: Ich habe mir erlaubt, meinen falsch geschriebenen Namen in deinem Kommentar zu berichtigen.

Ich freue mich schon auf deine Antwort!

Herzliche Grüße
Matija

Antworten
Clemens Ruiz 7. September 2015 um 19:16

Lieber Matija,
Tut mir leid wenn ich Deinen Namen falsch schrieb.
Ich kenne Deine Seite erst aus diesem einen Artikel,
daher nimm es mir nicht übel wenn ich Dir sagte Deine Heimat
Hinter Dir zu lassen.
Ich möchte Dir eigentlich nur das eine sagen:
Das Gebot der Nächstenliebe lautet :
Liebe deinen Nächsten so wie Dich selbst.
Ist es nicht so?
Und ja es ist wahr, sogar deine Feinde sollst Du lieben
Für sie beten und eben alles was dir die Liebe sagt tun,
Und ist es nicht so dass Du Dir selbst auch mitunter
Im Weg stehst, Dich selber am Leben hinderst, dir selber Feind bist?
Dann wissen wir auch wenn wir uns verurteilen, Gottesdienst Herz ist größer.
Meine Kritik an deiner Ansicht ist einzig diese:
Du meinst radikal lieben sei das richtige und meinst damit immer nur den Nächsten,
Den anderen.
Diese Einseitigkeit und dies auch noch radikal also nur so und nicht anders
Nenne ich Doktrin .
aber das neue Gebot wie wir es nennen, Jesus jedenfalls nannte es doch so nicht wahr?,
Das ist nicht einseitig , und wenn Du deinen Nächsten so wie dich selbst extrem lieben willst,
Wenn Du meinst radikal aber eben nicht einseitig lieben zu wollen
Wirst du vermutlich feststellen, dass dies erfordert diese Grenzen die du zwischen dir und deinem
Nächsten siehst zu überwinden.
Heißt es nicht deshalb zum Beispiel : sie waren ein Herz und eine Seele
Oder z. B. Und sie werden eins sein. Mann und Frau und doch eins?
Noch ein Satz zum Paradies in diesem Zusammenhang und auch im Zusammenhang zu
Grenzen, die Menschen trennen.
Zitat von Clemens I entnommen dem ökumenischen heiligenlexikon:
Auf die Frage wann er wiederkehre ( das Himmelreich da ist, das Paradies da ist, der jüngste Tag anbricht)
Sagte der Herr selbst:
Wenn das äußere und das Innere eins und wenn der Mann mit der Frau weder Mann noch Frau sondern eins,
Dann bin ich da!
wenn also die Menschen außerhalb Europas dieselben Menschen innerhalb Europas sind,
Scheinen diese Menschen eine Grenze überwunden zu haben.
Aber radikal einseitig von deiner Seite aus diese Grenze öffnen bedeutet noch lange nicht,
Dass der nächste außerhalb eins mit dir sein will, also dich lieben will.
Und warum solltest du jemanden anderes als der dich liebt in dir aufnehmen,
Zieht derjenige innerhalb deines Landes auch innerhalb deiner Lebensgemeinschaft nicht dadurch schon neue
Grenzen, die ihn von dir abgrenzen?
Meine Kritik lautet: wenn du das Gebot der Nächstenliebe einseitig radikal einseitig übst,
Tötest du zwar nicht deinen Nächsten aber dich selbst! Oder umgekehrt!
Das sehe ich so wenn ich es bis zum Ende durchdenke.
Jesus z.b. Begang keinen selbstmord am Kreuz auch wenn das auf den ersten Blick so aussieht.
sicherlich ja er ließ seinen schlimmen martertod geschehen er wehrte sich nicht .
Aber erstellte sich auch nicht hin und sagte bringt mich um meine lieben Feinde ,
Ich öffne euch meine Tür ihr braucht sie gar nicht eintreten ,
Ich zieh mich schon mal aus , ihr braucht mir die Kleider nicht entreißen,
Ich hole schon mal das Kreuz, ihr müsst den Baum nicht Fällen.
was hätte dieses Leid für einen Sinn wenn du oder ein anderer nicht erkennen kannst,
Er hat dich getragen , du warst sein Kreuz und sein Leid. Dich kann er so sehr leiden,
Dass er sein Leben für dich gibt? Die größte liebe die es gibt.

Was also hat es für einen Sinn einfach radikal alle Grenzen zu öffnen wenn die einreisenden
Späterhin meinen sie erhalten Gastrecht Wohnrecht und Menschenrechte und so weiter
Aber nicht erkennen es wurde Ihnen mit einem Menschenleben geschenkterweise bezahlt,
Als hätte niemand darunter gelitten dass sie jetzt da sein dürfen?

Zu guter letzt:
Aus Liebe musst du Grenzen öffnen , aus Liebe musst du Grenzen ziehen,
Anders erziehst du keinen Menschen zur Liebe, sondern zum Extremisten!

Herzlich Clemens

Antworten
Matija Vudjan 7. September 2015 um 19:17

Lieber Clemens,

vielen Dank für deinen langen und erhellenden Kommentar, durch den deine Kritik noch einmal klarer geworden ist.

Ich glaube, dass wir beide ein ziemlich unterschiedliches Verständnis von Nächstenliebe haben. Ich möchte dir deswegen gerne erläutern, wie ich das jesuanische Gebot verstehe - dann sollte auch deutlich werden, warum die Forderung nach offenen Grenzen (für mich) auch alles andere als eine Doktrin ist.

Wenn wir von Nächstenliebe sprechen, ist die alles entscheidende Frage, wer genau eigentlich dieser "Nächste" ist? Für mich ist die Antwort auf diese Frage ziemlich eindeutig: Ich selbst bin der Nächste, und zwar dergestalt, dass ich allen Menschen der Nächste sein muss! Wie sagte Jesus den Jüngern beim letzten Abendmahl: "Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben." (Joh 13,34) Oder, um die goldene Regel zu zitieren: "Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten." (Mt 7,12)

Du hast natürlich Recht, wenn du sagst, dass man unbedingt auch sich selbst als Nächsten lieben muss. Ich bin aber davon überzeugt, dass dies nur dann möglich ist, wenn ich den anderen als Nächsten erkenne und ihn als solchen Liebe! Ebenso erachte ich Nächstenliebe erst dann als möglich, wenn ich mich selbst auch liebe. Die eine Dimension ist ohne die andere nicht denkbar.

Ich bin mir dessen bewusst, dass dies ein schwieriges Unterfangen ist, dass es den Menschen vor große Herausforderungen stellen kann. Ich denke aber trotzdem, dass es Ziel einer christlichen Lebenspraxis sein sollte, diese Herausforderungen zumindest im besten Sinne anzugehen!

Soweit meine bescheidene Meinung.

Herzliche Grüße
Matija

Antworten
Oliver Doetsch 8. September 2015 um 20:01

Hallo Matija,

wie immer ein sehr nachdenklich machender Text. Auch wenn ich deine Folgerung nicht teile, so nimmt das nichts an dem Respekt, dem ich deine Haltung entgegenbringe! Freude im HErrn

Antworten
Matija Vudjan 8. September 2015 um 21:54

Hallo Oliver,

auch wenn er nur zu Testzwecken gedacht ist, danke ich Dir für den Kommentar! Dass meine Position ziemlich 'radikal' ist, habe ich in den vergangenen Tagen schon das eine oder andere Mal mitbekommen - das weiß ich selbst natürlich auch. Solange sie aber zu einer sachlichen und lösungsorientierten Diskussion beiträgt, habe ich damit schon eine Menge erreicht - und darauf kommt es mir an.

Herzliche Grüße und Gottes Segen
Matija

Antworten

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