Links zur Woche #2

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Jeden Freitag Abend – und damit pünktlich zum Beginn des Wochenendes – gibt es an dieser Stelle eine kleine Zusammenstellung von Artikeln und Beiträgen anderer Autoren und Blogger, die momentan sehr aktuell und relevant, oder einfach nur (und das ist keineswegs abwertend gemeint) sehr lesenswert sind. Das sind die #LinksZurWoche! Die Themen in der heutigen Ausgabe: Neue Erkenntnisse zur Reformation, eine Kritik an der Fernsehkritik, die Entlassung einer Kolumnistin, die bevorstehende Auszeichnung für den australischen Philosophen Peter Singer und ein Einblick in das Leben eines Bloggers.

Bisher war es – mehr oder weniger – weit verbreitete Meinung, dass die Reformation eine Bewegung aus dem Volk heraus gewesen sei. Ich habe an dieser Vermutung ehrliche Zweifel – und die neuesten Erkenntnisse in der Forschung scheinen mich zu bestätigen. Sehr anschaulich dargestellt von Matthias Kamann:
→Und die Reformation war doch ein Projekt der Elite


In Zeiten von Facebook, Twitter und Co. ist es selbtverständlich geworden, alles und jeden zu kritisieren. Kaum irgendwo wird dies vielleicht so deutlich, wie in Bezug auf die wöchentliche Talkshow von Günther Jauch, die scheinbar immer öfter ohne triftigen Grund im Kreuzfeuer der Kritik steht, wie Jan Fleischhauer feststellt:
→Alle gegen Jauch


Das „Westfalenblatt“ hat Anfang der Woche eine Kolumnistin entlassen, die einem besorgten Vater dazu riet, seine Kinder nicht auf eine homosexuelle Hochzeit mitzunehmen (was ich sehr verkürzt dargestellt habe, könnt ihr im →Bildblog genauer nachvollziehen). Peter Winnemöller zeigt die Dimensionen dieser Entlassung auf – und die haben es in sich:
→Langsam wird mir bange


Der australische Philosoph Peter Singer, der behinderten Menschen das Lebensrecht abspricht, soll am 26. Mai in Berlin für seinen Einsatz für den Tierschutz geehrt werden. So sehr er Tiere aber schützt, so sehr wertet er den Menschen unter. Josef Bordat bezeichnet dies zurecht als einen Eklat:
→Euthanasie mit Auszeichnung?


Zum Abschluss noch ein persönlicher, bereits etwas älterer Beitrag: Vor inzwischen etwas mehr als einem Jahr sind Johannes XXIII. und Johannes Paul II. heilig gesprochen worden. Damals habe ich mich ausführlich damit – sowie mit der katholischen Heiligenverehrung im allgemeinen – beschäftigt. Ein Thema, das auch heute noch lesenswert ist:
→Die theologische „Gefahr“ der Heiligen

4 Kommentare

Blondy Schopf 25. Mai 2015 um 22:47

Lieber Matija, dass Du den Beitrag von Herrn Winnenmöller verlinkst, ehrt Dich, weil Du auch andere Sichtweisen zu Wort kommen lässt. Gleichwohl ist Winnenmöllers Position mit allem Nachdruck zurückzuweisen, denn sie vertritt eine Sicht auf Homosexualität, die verabscheuungswürdig ist. Ja, das Westfalenblatt hat mit der Entlassung der selbsternannten Beraterin richtig gehandelt. Auf keinen Fall darf die Herabsetzung homosexueller Menschen als Ausdruck von Meinungsfreiheit durchgehen. Meinungsfreiheit hört da auf, wo die Freiheit und Würde anderer Menschen anfangen. Diese Grenze hat Winnenmöller eindeutig überschritten. Liebe Grüße von Blondy Schopf

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Matija Vudjan 26. Mai 2015 um 12:18

Hallo Blondy Schopf,
du wirst wissen, dass ich der Position von Herrn Winnemöller nicht zustimme – das wird ja auch in meinen aktuellen #GedankenZurWoche deutlich, wo du auch einen Kommentar geschrieben hast. Dennoch gebe ich Herrn Winnemöller in einer Sache Recht: Wir sind in unserer Gesellschaft offenkundig an einem Punkt angelangt, an dem es nicht mehr vollends möglich ist, eine Position zu vertreten, die konträr zur Meinung in der breiten Gesellschaft ist. Wenn man in einer solchen Situation Gefahr läuft, gelyncht zu werden (was meines Erachtens bei der Kolumnistin geschehen ist), wird auch von Seiten der breiten Gesellschaft eine Grenze überschritten. Auf der Metaebene ausgedrückt: eine freie, demokratische Gesellschaft muss es aushalten können, dass es einige Menschen gibt, die andere Positionen vertreten. Zumal der Aufruf (den es bei Facebook und Twitter nachweislich gegeben hat) zum Mord alles andere als demokratisch ist! In dem Punkt stimme ich Herrn Winnemöller deswegen – unabhängig von seiner letztlichen Position zu Homosexualität und Ehe – vollkommen zu.


Herzliche Grüße
Matija

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Blondy Schopf 26. Mai 2015 um 18:32

Lieber Matija,
ich muss Dir in einem wesentlichen Punkt Deiner Antwort, für die ich danke, mit Nachdruck widersprechen. Du scheinst mir voll in die Denkfalle geraten zu sein, in der auch Herr Winnenmöller steckt. Um es kurz zu sagen: Homosexuelle Beziehungen abzulehnen und zu diskreditieren, das darf niemals als eine "freie Meinung" deklariert werden. Stelle Dir einmal vor, jemand würde von schwarzen Menschen so abfällig reden - der Aufschrei wäre groß. Nein: Wer homosexuellen Menschen nicht die gleichen Rechte zuspricht wie heterosexuellen, dem darf man keine Plattform bieten. Hier endet jede Meinungsfreiheit, Matija! Im Übrigen sind nicht nur homophobe Menschen im Internet Hasstiraden ausgesetzt. Lies doch mal nach, mit welchen Beschimpfungen schwule Politiker leben müssen. Hier sind alle Grenzen überschritten!
Liebe Grüße von Blondy Schopf

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Matija Vudjan 26. Mai 2015 um 20:39

Lieber Blondy Schopf,
ich glaube, dass mein Punkt nicht wirklich deutlich geworden ist (wahrscheinlich liegt das daran, dass Herr Winnemöller letztlich etwas anderes aussagen möchte als ich; den „Fehler“ muss ich eingestehen.): Ich verurteile es genauso wie du, homosexuelle Beziehungen in irgendeiner Weise abzulehnen und zu diskreditieren. Genauso lehne verurteile ich es aber auch, Personen, die so handeln, an den Pranger zu stellen und (im Zweifel, wie beispielsweise im aktuellen OWL-Fall mit der Kolumnistin geschehen) sogar öffentlich zu einer Lynchjustiz aufzurufen! Sobald dies geschieht, ist man selbst keinen Deut besser als die Person(en), von denen man sich angegriffen fühlt. Über die Zeiten von „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ sollten wir eigentlich schon lange hinaus sein – leider ist dies bis heute nicht der Fall! Deswegen kann ich die gegenwärtige Kritik an der Kolumnistin zwar in der Sache befürworten, in der Form muss ich sie aber entschieden ablehnen!

Herr Winnemöller lehnt die Form der Kritik ebenfalls ab, deswegen stimme ich ihm (in dem Punkt) entschieden zu. Dass seine Argumentation in sachlogischer Hinsicht eine vollkommen andere ist, ist mir bewusst (ich habe es zu Beginn ja bereits eingeräumt); für mein Anliegen ist es deswegen wohl nicht endgültig geeignet. Ich hoffe aber, dass mein Anliegen an dieser Stelle deutlicher geworden ist.

Herzliche Grüße
Matija

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