Gedanken zur Woche #61

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Immer pünktlich am Sonntag Abend: eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Geschehnisse der vergangenen sieben Tage, verbunden mit einem kurzen Kommentar. Das sind die #GedankenZurWoche! Die Themen in der heutigen Ausgabe: Die Diskussionen um den armenischen Genozid vor 100 Jahren, die Flüchtlingskatastrophe in der vergangenen Woche, der neue Streik der GDL und eine Kritik an der Sprache der Theologie.

Die Bundesregierung hat in den vergangenen Tagen ihre Haltung zum Genozid an den Armeniern geändert und bezeichnet diesen nun tatsächlich als solchen. Nun füllt aber jemand anderes die neue Lücke aus: US-Präsident Obama weigert sich angesichts der Beziehungen zu der Türkei, das Wort Genozid zu benutzen. Ich frage mich deswegen noch einmal: Darf die Rücksichtnahme auf Partner Vorrang vor historischen Fakten – und wohl auch der eigenen Überzeugung – haben? Ich denke nicht!

Als also am Donnerstag und Freitag in Berlin mehrfach das Wort „Genozid“ fiel, überraschte Außenminister Steinmeier mit der (sinngemäßen) Aussage, man dürfe den Holocaust verharmlosen oder gar relativieren. Dahinter steht ein rein qualitatives Geschichtsverständnis, das ich anzweifeln möchte: Ist der Massenmord an 6.5 Millionen Juden ein schlimmerer als der an „nur“ 1,5 Millionen Armeniern? Ich denke, dass ein bloßer Zahlenvergleich an dieser Stelle das falsche Messinstrument ist!

Mindestens 1100 Flüchtlinge sind in der vergangenen Woche vor den Toren Europas verstorben (→ich berichtete) – der darauf entstandene Druck in Gesellschaft und Medien hat die Politik zu einem Überdenken der gegenwärtigen Flüchtlingspolitik bewegt. Endlich, möchte ich den Politikern zurufen, denn für eine Lösung – oder wenigstens einen -ansatz – ist es nie zu spät! Auch wenn die 1100 Verstorbenen davon leider Gottes nicht mehr viel haben werden…

Am Mittwoch und Donnerstag war es wieder so weit: Die GDL streikte zum bereits 7. Mal im Laufe der aktuellen Tarifrunde mit der Bahn. Wenn wir realistisch sein wollen, ist – angesichts der gegenseitigen Beschuldigungen – ein weiterer Ausstand wohl wahrscheinlicher als eine Einigung! Vielleicht sollten sich die Konfliktparteien langsam tatsächlich überlegen, ob eine Schlichtung der richtige Weg zu einer Lösung ist. Daran sind ja - zumindest nach eigenem Bekunden – beide interessiert!

Zum heutigen Abschluss noch ein Lesetipp: Der Blogger Erik Flügge kritisiert aktuell die heutige Sprache in Theologie und Kirche. Natürlich schlägt der – zugespitzt formulierte – Beitrag in den angesprochenen Kreisen hohe Wellen, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Lest euch den Beitrag einmal durch und bildet euch ein Urteil – meine Replik folgt in den kommenden Tagen:
→Die Kirche verreckt an ihrer Sprache

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