Gedanken zur Woche #42

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In Ferguson hat in dieser Woche eine Geschworenen-Jury entschieden: Darren Wilson, der Polizist, der den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Michael Brown am 9. August erschossen hat, wird nicht wegen Mordes angeklagt. Was also wieso in der damaligen Nacht geschehen ist, werden wir also nie erfahren. Eine Schande für das Justizsystem in den USA, ist doch auch die Klärung solcher offener Fragen Grundaufgabe der Judikative.

Ich kann deswegen auch vollkommen nachvollziehen, dass die Menschen in Ferguson auf die Straßen gehen. Zumal der Fall in brisanter Weise aufdeckt, dass auch 60 Jahre nach Martin Luther King und Rosa Parks, trotz eines schwarzen Präsidenten in den USA noch ein latenter Rassismus herrscht. Die gleichzeitige, offenkundige Höherstellung von (weißen) Polizisten tut da ihr übriges.

Die Bundesregierung hat sich in dieser Woche (auf Ebene der Regierungsfraktionen) über die Frauenquote gestritten. Jetzt wurde beschlossen, dass sie endlich kommen soll – und das ist gut so! Grundsätzlich muss Leistung immer erstes Einstellungskriterium sein. Wenn aber bei gleicher Leistung i. d. R. immer Männer bevorzugt werden, besteht ein grundsätzliches Problem im System – und das kann (und muss man) gesetzlich angehen!

Real Madrid hat einen neuen Sponsor: in den kommenden drei Jahren unterstützt eine arabische Großbank den spanischen Fußballclub. Aus Rücksicht auf diesen Sponsor hat Madrid (für den arabischen Raum) das Kreuz, das das Vereinswappen ziert, aus diesem entfernt. Diese Handlung ist sinnbildlich für alle Probleme, die unsere westliche Gesellschaften mit dem Islam haben: Während uns dieser selbstbewusst und stolz entgegentritt, verstecken wir unsere eigenen Ursprünge – und damit uns selbst! Dass es dann nicht zu einem (gleichberechtigten) Dialog kommen kann, versteht sich von selbst!

Das Bundesverwaltungsgericht hat – für Hessen, aber durchaus mit Präzedenzcharakter für das gesamte Bundesgebiet – entschieden: Die immer weiter ausufernde Sonntagsarbeit muss eingeschränkt werden. Zwar wurde es in diesem konkreten Fall nur auf wenige Fälle angewendet, aber die grundsätzliche Tendenz muss beibehalten werden: Es braucht einen Tag, den der Mensch vollkommen frei und selbstbestimmt gestalten darf. Dass dies der Sonntag ist, ist geschichtlich bedingt. Der Gedanke dahinter ist aber ein durchaus unchristlicher – und vollkommen legitimer wie notwendiger!

Der ab 2015 geltende Mindestlohn wird immer löchriger: Die Bundesregierung hat ihn in dieser Woche für das Post- bzw. Zustellungsgewerbe aufgehoben. Eine problematische Entscheidung, wie ich finde! Wenn man davon überzeugt ist, dass jedermann das Recht haben muss, für einen menschenwürdigen Lohn zu arbeiten, ist die Frage, warum diese Überzeugung für bestimmte Arbeitsgruppen nicht gelten soll, von elementarer Bedeutung!

Zum Schluss möchte ich euch eine Leseempfehlung geben: In der Wochenzeitung „der Freitag“ wurde ein Interview mit Thomas Piketty und Jürgen Trittin veröffentlicht, in dem es um die Probleme und Ursachen der aktuellen wirtschaftlichen Probleme in der Welt geht:
→„Wer zockt uns ab, Monsieur Piketty?!“


Und noch ein weiterer Lesetipp: Jakob Augstein hat (wieder einmal) eine sehr lesenswerte Kolumne für den Spiegel gelesen (— eine Notiz am Rande: generell denke ich, dass Augstein mehr und mehr zu einem führenden Denker in unserer Gesellschaft wird); dieses Mal zur Flüchtlingsproblematik:
→„Die hässlichen Deutschen“

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