Nachtrag zu „Deutschland ist nicht der Nabel der Welt“ (23.09.13)

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Vor zwei Wochen habe ich einen Kommentar zum Interview mit Papst Franziskus, das in vielen theologischen Zeitschriften erschienen ist, geschrieben. In diesem Interview (nachlesen könnt ihr es noch einmal →hier) erklärt der Pontifex maximus seine Vision von der Zukunft der Kirche, bleibt aber bezüglich konkreter Pläne etwas vage. Ich habe in meinem Kommentar deswegen die Schlussfolgerung gezogen, dass die unterschiedlichen Reaktionen in der Welt auf das Interview verdeutlichen, dass die zentrale Fragestellung für die Zukunft ist, wie man die vielen Teilkirchen in der einen Universalkirche vereinen kann. In eben dieser „Prognose“ sehe ich mich inzwischen bestätigt.

Der Papst setzt sein Vorhaben
erstmals konkret um.
Denn in einem Interview mit Eugenio Scalfari, dem langjährigen Chefredakteur und Herausgeber der linksliberalen italienischen Zeitung La Repubblica hat Franziskus folgendes zu seiner geplanten Kurienreform gesagt:
„Allerdings leidet sie [die Kurie] unter einer Schwäche. Sie ist zu sehr auf den Vatikan fokussiert. Sie achtet und vertritt die Interessen des Vatikans. Die sind meistens von begrenzter Dauer. Diese Vatikan-zentrierte Sicht teile ich nicht. Ich werde alles tun, um sie zu ändern. Die Kirche ist oder soll wieder die Gemeinschaft des Gottesvolks sein, der Priester, der Gemeinden, der Bischöfe.“
Diese Aussage mag ein wenig verklausuliert wirken, aber im Kern ist sie ganz eindeutig: Die Kurie darf sich nicht vollkommen auf den Vatikan fokussieren, sondern muss sich der gesamten Welt, sprich den Teilkirchen auf dem gesamten Globus öffnen.

Warum ist es mir wert, wegen dieser Aussage noch einmal einen ganzen Artikel zu dem Thema zu schreiben? Ganz einfach: Der Papst sagt hier erstmals ganz offen, dass sich das Verhältnis von Universal- und Teilkirchen klar in Richtung der Teilkirchen bewegen muss! Ihr könnt mir glauben: Kirchenpolitisch ist die Aussage - in dieser Klarheit - eine riesige Bombe! Und an die ganze Welt gerichtet bedeutet sie: Der Papst will es wirklich angehen!


* Eine Übersetzung des Papst-Interviews mit Herrn Scalfari könnt ihr →hier lesen.

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