Muss es immer das große Gerät sein?

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Kennt ihr diese Fashion-Blogs, auf denen Mädchen und junge Frauen ihre - soweit ich das richtig mitbekommen habe - gesponserten Outfits aus mehreren Blickwinkeln ablichten und sich darüber lauthals freuen? Normalerweise halte ich mich auf solchen Seiten, von denen es auch in der deutschen Blogosphäre so einige gibt, kaum auf; auf einem solchen Blog konnte ich vor kurzem aber folgendes lesen:
„Wenn ihr auch so schöne Bilder auf eurem Blog haben wollt, werdet ihr es nicht vermeiden können, euch eine gute Spiegelreflexkamera zu kaufen.“
Eine solche Aussage habe ich noch auf mehr als 10 anderen dieser „Modeblogs“ gefunden, was mir wirklich zu denken gegeben hat. Unter einen Bloggerinnen scheint es wirklich vorherrschende Meinung zu sein, dass man nur mit großem Gerät erfolgreich sein kann. Das ist schlichtweg makaber.

ACHTUNG! Die Bilder sind lizenziert unter der CC BY-NC-ND 4.0-Lizenz!

Warum zeige ich euch diese beiden Bilder, die beide schon etwas älter sind? Ganz einfach: Um euch zu zeigen, dass die oben zitierte Aussage absoluter Humbug ist. Obwohl beide Fotos schön aussehen, sind sie nicht mit einer High-End-Kamera gemacht, sondern sind mit einer etwas besser ausgestatteten Kompaktkamera entstanden.

Ich fotografiere jetzt seit vier Jahren mit einer Canon Powershot SX 120 IS, einer - wie gesagt - Mittelklasse-Digitalkamera. Zugegeben - für einen professionellen Fotograf reicht solch ein Gerät sicher nicht. Aber wie ihr auf meinem Blog seit mehreren Jahren sehen könnt, habe ich mit dieser Kamera schon einige ansehnliche Ergebnisse erzielt.

Denn: Es ist nicht das Equipment entscheidend, sondern das eigene Auge! Was nutzt euch die größtmögliche Ausrüstung, wenn ihr nicht das Auge für das Motiv habt, das ihr fotografieren möchtet. Umgekehrt sieht es schon etwas anders aus: Abgesehen von der Billig-Kamera für 30€, die wirklich nichts taugt (das durfte ich selbst auch schon erfahren), kann man schon mit vergleichsweise günstigen Apparaten gute Ergebnisse erzielen - wenn man genau weiß, was man fotografieren möchte und wie man es dafür in Szene setzen muss.

Und letztlich ist es doch so: Eine teure Spiegelreflexkamera, die samt Zubehör (verschiedene Objektive, Blitzer, etc.) oft eine vierstellige Summe einfordert, ist doch meistens so komplex, dass man als einfacher Hobbyfotograf überhaupt nicht alle Funktionen kennenlernen kann. Solch eine Kamera verfehlt ihren Zweck letztlich nur - gerade wenn es darum geht, sich mal kurz im neuen, gesponserten Kleid ablichten zu lassen. Um mit einem schonen Sprichwort abzuschließen: Weniger ist oft mehr...

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